Kleingedrucktes

Kapuzinerkresse


Die Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sind geschmacklich sehr intensiv. Sie haben ein senfig-scharfes Aroma, welches dem der Kresse ähnelt. Ihren Namen verdankt die Kapuzinerkresse der Form der Blüten, die an die Kapuzen der Mönche erinnern. Kapuzinerkresse ist durch ihre anhaltende Blütenpracht im Garten sehr beliebt. Bis weit in den Oktober hinein erfreuen die Blüten mit ihren leuchtenden Farben. Auch bildet die Kapuzinerkresse außer einem üppigen Blütenflor meterlange Ranken, die schnell kahle Stellen begrünen oder an Bäumen klettern.


Herkunft und Botanik


Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum major) ist in Bolivien und Peru heimisch. Mittlerweile wird sie auf der ganzen Welt angebaut. Kapuzinerkresse gehört zu der Familie der Kapuzinerkressegewächsen. Botanisch leitet sich Tropaeolum vom lateinischen Wort für Trophäe ab. Gemeint sind hier die Blätter, die an ein Rundschild erinnern. Schilde wurden im 15ten und 16ten Jahrhundert von den Spaniern gesammelt und ausgestellt.



Kapuzinerkresse im Garten


Kapuzinerkresse umschmeichelt durch ihre langen Ranken strenge Formen, wie formale Beete oder gerade Wege. Das macht den besonderen Reiz dieser Pflanze aus. Besonders im Altweibersommer erstrahlen die Blüten im langwelligen Licht der Herbstsonne.
Der französische Impressionist Claude Monet säte zu beiden Seiten eines breiten Weges in seinem Haus in Giverny unter einer Pergola aus Rosenbögen Kapuzinerkresse.
Diese eroberte sich den Weg, so dass im Herbst dieser zu einem schmalen Pfad durch einen Blütenteppich verwandelt war.
Monet sagt einmal: "Ich verdanke es vielleicht den Blumen, Maler geworden zu sein."

Im Frühjahr, Anfang Mai kann man die Samen der Kapuzinerkresse auslegen. Dazu sollte das Beet von Unkraut befreit und mit Kompost angereichert sein. Die Samen werden im Abstand von 20 cm gelegt, leicht eingeharkt und dann das Beet gut gewässert. Je nach Temperatur setzt die Keimung nach etwa 10 Tagen ein. Die jungen Pflanzen sollten stets feucht gehalten werden.

Kapuzinerkresse ist eine wärmeliebende Pflanze. Es bietet sich ein sonniger oder halbschattiger Platz an. Steht Kapuzinerkresse an einer vollsonnigen Stelle, sollte der Boden nicht austrocknen und immer gut gewässert werden. An einem halbschattigen Standort benötigen die Pflanzen weniger Wasser, sollten aber nie austrocknen. Auch unter Apfelbäumen macht sich Kapuzinerkresse sehr gut, hält sie doch lästige Blattläuse fern. Kapuzinerkresse braucht zum Ranken ein Gitter oder Schüre, an denen sie sich festhalten kann.

Kapuzinerkresse sollte nicht gedüngt werden, da sie sonst kaum Blüten ausbildet, sondern nur Blätter produziert. Die ersten Blüten sind Ende Juni zu sehen. Kapuzinerkresse blüht in den Farben rot, orange gelb. Mittlerweile sind die Blüten züchterisch bearbeiten und es sind dunkelrot oder hellgelbe Varianten zu sehen. Auch zweifarbige Sorten, etwa weiße Blüten mit gelber Mitte finden immer mehr Liebhaber.

Kapuzinerkresse eignet sich auch gut als Kübel- oder Balkonkastenbepflanzung. Hier sollte ebenfalls auf genügend Feuchtigkeit geachtet werden.
Kapuzinerkresse ist bei uns nicht winterhart. Temperaturen unter 4°C werden nicht vertragen. Die Pflanzen haben im Oktober aber genügend reife Samen gebildet, die unter etwas Laub den Winter überstehen. Die hellbraunen Samen keimen dann im nächsten Frühjahr.

Kapuzinerkresse in der Küche


Ihr geschmacksintensives Aroma erhalten Blätter, Blüten und Samen der Kapuzinerkresse durch Senfglykosiede. Diese haben auch eine leicht abführende Wirkung und sind verdauungsfördernd. Blätter passen gut in frische Salate, in Frischkäse oder aufs belegte Brötchen. Zum Konservieren der Blätter eignet sich ein Pesto. Die Blüten der Kapuzinerkresse sind auch auf dem Teller sehr dekorativ. Sie schmeckern pfeffrig und passen zu fast allen würzigen Gerichten. Sehr gut lassen sich große Blüten mit Quarkcreme füllen. Die noch grünen milchreifen Samen machen sich gut grob gehackt in Soßen oder als ganze Früchte in Essig eingelegt. So konserviert schmecken sie ähnlich wie Kapern. Auch die Stängel der Pflanze können verwendet werden. Hier sind alle Teile der Kapuzinerkresse in einem Gericht vereint:

Chicorée an Spagetthi mit Kapuzinerkresse


für 2 Peronen

1 Chicorée
1 Tomate
¼ Stange Porree
1 Knoblauchzehe
30 Kapuzinerkressesamen
30 Kapuzinerkresseblätter
2 Kapuzinerkresseblüten
¼ l Sahne
Salz, Pfeffer, mittelscharfe Currymischung
½ Telllöffel gem. Kumin
etwas frisch geriebenen Parmesan

200 g Spagetthi

Pasta al dente kochen.
Derweil die Soße bereiten. Porree, Tomate und Chicorée putzen und würfeln, in einer Pfanne in Olivenöl anbraten, mit Salz, Pfeffer und Curry würzen und 5 Minuten schmoren, mit Sahne ablöschen. Kapuzinerkresseblätter in feine Streifen schneiden und unter die Soße geben. Spagetthi auf einem Teller geben, mit der Soße anrichten und eine Blüte auf jede Portion setzen. Mit Parmesan bestreuen.

Eingelegte Kapuzinersamen in Essig


50 grüne Kapuzinersamen
½ l Apfelessig
2 Eßl Honig
½ Tell. Salz
3 Gewürznelken

Die Kapuzinersamen waschen, zusammen mit dem Essig und den Gewürzen in einen säurefesten Topf geben und aufkochen lassen. Etwa 5 Minuten köcheln, dann in sterilisierte Schraubgläser füllen und sofort verschießen. Die Früchte reifen im Aroma nach. Nach etwa einem Monat sind sie zu verwenden. Man kann auch eine Variante mit einer Chilischote probieren. Ebenfalls sehr lecker.

Kapuzinerkresse